Bolivien – Titi und Caca in der Wüste

Zwei Wochen Bolivien gehen morgen zu Ende, wenn wir gegen Mittag an der bolivianisch-peruanischen Grenze stehen. Zwei Wochen geprägt von wahnsinnig abwechslungsreicher Natur, unerwartet schönen Städten und einigen Tagen von gezwungenem Nichtstun. Aber lest selbst:

Am Freitag, den 19. Januar wurden wir früh morgens von einem Minibus abgeholt und an die chilenisch-bolivianische Grenze gebracht (letzter Bericht siehe hier). Das Grenzhäuschen war eine einfach kleine Hütte mitten im Nirgendwo. Links war die Schlange für die Ausreise und rechts war unsere für die Einreise nach Bolivien. Im Hüttchen saß ein Beamter, der abwechselnd eine Gruppe Ein- bzw. Ausreisender bearbeitet hat. Wer an der Tür dann gedrängelt oder die Tür gar blockiert hat, wurde dann gleich von dem zweiten Grenzbeamten und seinem Elektro-Schocker zurecht gewiesen. Wir haben uns artig verhalten und wurden verschont. Aber nennt man das dann Grenzerfahrung?

Ab mit dem 4WD Auto durchs Altiplano...
Ab mit dem 4WD Auto durchs Altiplano…

Wüstentour durch die Salar de Uyuni

Nachdem ein weiterer Stempel im Pass war, wir uns bei einem leckeren Frühstück gestärkt hatten, ging es mit der Wüsten-Tour los. Den Minibus haben wir in einen Jeep eingetauscht und das Gepäck wurde sicher auf dem Dach des Autos verstaut. Die nächsten 3 Tage mussten wir auf die Fahr- und Orientierungskünste von Elias vertrauen. Straßen gab es nicht wirklich (jeder fährt wo er will) und auch eine Beschilderung sucht man vergebens. Dafür hatten wir wahnsinnige, unberührte Natur, Lagunen in verschiedenen Farben und Flamingos, Sand, Geysire, Steine in interessanten Formationen, Lamas, Wasser, bunte Berge und eine unendliche Weite. Regelmäßig alle paar Kilometer wechselte das Landschaftsbild. 

Lagune Nummer 1 noch ohne Flamingos
Lagune Nummer 1 noch ohne Flamingos
Wieder ein kleines Geysierfeld diesmal mit stinkigen Schwefelquellen auf fast 5.000m
Wieder ein kleines Geysierfeld diesmal mit stinkigen Schwefelquellen auf fast 5.000m
Salvador-Dali-Wüste, ziemlich genau so surrealistisch wie der Kollege unterwegs war.
Salvador-Dali-Wüste, ziemlich genau so surrealistisch wie der Kollege unterwegs war.

Am letzten Tag unserer 3-tägigen Tour von San Pedro de Atacama nach Uyuni ging es durch die Salzwüste. Stellt euch das mal vor: Da gibt es einen Fleck auf der Erde, der einfach nur aus Salz besteht. Die Salar de Uyuni ist die größte Salzwüste der Erde und die Kruste kann bis zu 10m dick sein. Auch wenn es aussieht als hätte es die letzte Nacht ordentlich geschneit, kann ich mit Sicherheit sagen, dass es sich um Salz handelt – ich habe es probiert 🙂 In der Wüste wurden natürlich auch eine ganze Menge Fotos gemacht, die ihr euch hier gerne ansehen könnt.

Rote Lagune
Rote Lagune
Grüne Lagune mit vielen Flamingos
Grüne Lagune mit vielen Flamingos
Das Spektakel der Fotos beginnt schon zum Sonnenaufgang in der Salar de Uyuni
Das Spektakel der Fotos beginnt schon zum Sonnenaufgang in der Salar de Uyuni

 

Frühstück im Salzhotel (ja, ok könnt auch Winterurlaub sein)
Frühstück im Salzhotel (ja, ok könnt auch Winterurlaub sein)
Weiter gehts mit dem Spektakel der Perspektivfotos.
Weiter gehts mit dem Spektakel der Perspektivfotos.
It is so funny...
It is so funny…
Just so funny!
Just so funny!
No, I mean really funny!!!
No, I mean really funny!!!

Trotz 50+ Sonnencreme saßen wir am Nachmittag leicht gerötet im Bus von Uyuni nach Potosí. Wie wir später erfahren haben, war die Stadt im 17. Jahrhundert aufgrund der nahegelegenen Silbermine eine der größten Städte der Welt und zählt heute wohl noch mit 4067 m. ü NN zu den höchstgelegenen Großstädten der Welt. Wir verbrachten nur eine Nacht in Potosí um die rund 7-stündige Busfahrt nach Sucre einfach etwas aufzuteilen. So saßen wir am nächsten Mittag schon wieder für weitere 3 Stunden im Bus von Potosí nach Sucre.

Sucre – die eigentliche Hauptstadt von Bolivien

Wenn man mit dem Bus von den Randbezirken kommend in die Stadt fährt, ahnt man gar nicht, was einen schönes in Sucre erwartet. Die Stadt war bis ins späte 19. Jahrhundert die Hauptstadt Boliviens und noch immer hat der Oberste Gerichtshof hier seinen Sitz. Schon allein unser Hostel war eine Augenweide für sich. Da wir auch nur 2 Nächte in Sucre waren, haben wir den einen vollen Tag so gut es ging genutzt. Wir sind durch die Straßen geschlendert, haben einen Fruchtsaft mit schöner Aussicht über die Stadt genossen und waren am Abend sehr gut venezuelisch essen. 

Aussicht auf Sucre
Aussicht auf Sucre

Die Strecke von Sucre nach La Paz wollten wir uns mit dem Bus nicht antun, sodass wir uns mal wieder ein Flugticket gegönnt haben. Auch wenn Jean anfangs glaubte, dass uns der Taxifahrer, der uns zum Flughafen Sucre brachte, gerade entführt, sind wir doch heil in La Paz angekommen 🙂

Busfahrer-Streik in La Paz

La Paz ist eine interessante Stadt, die mit anderen „Hauptstädten“ nicht zu vergleichen ist. Sie ist einfach anders und ich weiß gar nicht genau warum ich diesen Eindruck hatte. Vielleicht weil La Paz auch gar nicht die Hauptstadt ist? Eigentlich ist das wohl nach wie vor Sucre und in La Paz ist nur der Regierungssitz. Da La Paz in einem Art Kessel liegt und es an fast allen Seiten bergauf geht, gibt es hier Seilbahnen als öffentliche Verkehrsmittel. Mittlerweile gibt es 5 Linien in verschiedenen Farben (6 weitere sollen noch folgen) und eine Fahrt kostet 3 Bolivianos, was umgerechnet ca. 40 Cent sind. Angeblich werden diese aber von der örtlichen Bevölkerung nicht so rege genutzt, wie man sich das vorgestellt hat. Dummerweise streikten genau an dem Tag die Busfahrer als wir in der Stadt waren, d.h. die Gondeln waren mehr als voll und die Schlange vor den Ticketschaltern hunderte Meter lang. Eigentlich wollten wir mit der Seilbahnen einen schönen Rundtrip über La Paz machen. Aber da wir keine Lust auf anstellen hatten, blieb uns nur die Orangene Linie und zurück mussten wir laufen.

Seilbahnfahren ist in Bolivien recht günstig, verglichen mit dem Skipass in den Alpen
Seilbahnfahren ist in Bolivien recht günstig, verglichen mit dem Skipass in den Alpen
Ziemlich gutes 3-Gänge-Menü für 6€ pro Nase
Ziemlich gutes 3-Gänge-Menü für 6€ pro Nase
Im höher gelegenen, mittlerweile eigenständigen, Bezirk El Alto sieht es etwas anders aus
Im höher gelegenen, mittlerweile eigenständigen, Bezirk El Alto sieht es etwas anders aus

Der höchste See der WELT

Wir lieben Rekorde! So war es von La Paz nur ein Katzensprung (3,5h Busfahrt) zum Titicaca-See, dem höchsten schiffbaren See der Welt. Für 5 Nächte hatten wir in Copacabana (die Brasilianer haben hier wohl geklaut!) ein nettes Zimmer. Schon die Busfahrt war ein Abenteuer, denn zum überqueren eines Flusses gibt es hier keine Brücken oder eine ordentliche Fähre. Nein, die Passagiere mussten alle raus und wir wurden in einem Mini-Motorboot auf die andere Seite gebracht. Von dort konnten wir dann der Verschiffung des Busses zuschauen. Dieser wurde auf eine Art Schwimm-Steg gefahren, der mit einem mickrigen Außenborder betrieben wurde. Das ganze Konstrukt hat auf der Mitte des Flusses schon ganz ordentlich gewackelt!

Der Bus fährt übern See, übern See, der Bus fährt übern See
Der Bus fährt übern See, übern See, der Bus fährt übern See

1.kommt es anders und 2. als man denkt

In Copacabana selbst, gibt es nicht allzu viel zu sehen. Jedoch hatten wir uns einige kleine Tagesausflüge in die Umgebung vorgenommen. Daraus geworden ist nichts, denn wir haben dem Namen des Sees alle Ehre gemacht und Bett und Bad nicht mehr verlassen 🙂 Daher gibt es auch recht wenige Bilder vom Titicaca-See.

Morgen geht es mit dem Bus weiter nach Puno/Peru und unsere größte Hoffnung ist, dass sich unsere Bäuche bis dahin wieder etwas beruhigt haben. Ansonsten werden das 3 furchtbare Stunden! Also Daumen drücken und Tee trinken!

Ich drück noch ein paar Bilder raus:

Ein Gedanke zu „Bolivien – Titi und Caca in der Wüste

  1. ExexH1 Antworten

    Frau kommt von der Arbeit nach Hause….ihr Mann steht nackt in Flur.
    Herrmann sagt sie….Herrmann Du hast mich heute morgen total falsch verstanden….ich sagte : Wenn ich nach Hause komme….dann bist Du ausgezogen!
    Mangels Kommentar zu Bolivien mal ein Witz……und wenn man ausgetrocknet ist wie eine Salzwüste….und Durst hat schmeckt auch mal wieder ein …..Bier…richtig

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