Langsam, langsam, aber sicher auf Lombok

Auf zur Insel Lombok in Indonesien

Wir sind pünktlich am 02. August 2017 um 11. 25 Uhr auf Lombok gelandet. Darüber vorerst endlich am Ziel zu sein, sind wir wahnsinnig froh. Denn bei rund 10 Stunden Flug, wenn auch mit Unterbrechung, wussten wir am Ende mit den langen Beinen nicht mehr wohin. Ein Unterhaltungsprogramm, weder in Form eines Bildschirms im Vordersitz, noch beim Ausblick aus dem Fenster (es war die meiste Zeit dunkel)  während der beiden Flüge gab es ebenso wenig und so haben wir versucht die Flugzeit bestmöglich zu nutzen: Geschlafen und gegessen.  Aber so ist es halt wenn man mit einer Billig-Airline (Air Asia) von Japan (lies auch unseren Beitrag zu Kyoto) aus fliegt – da darf man dann auch nicht zu viel erwarten.

Am Flughafen Lombok hatten wir Glück und wir waren bei den ersten, die den Einreisestempel in den Pass gedrückt bekamen. Auch unser Gepäck tauchte dann kurze Zeit später auf und wir waren erleichtert, dass unser Gepäck das gleiche Ziel und das auch gleichzeitig mit uns erreicht hat und jeder seine 7-Sachen wieder beisammen hatte. 

Senggigi im Westen von Lombok

Der öffentliche Bus hat uns anschließend nach Senggigi an der Westküste Lomboks gebracht. Auch wenn man vorher einiges unschönes liest, klappte die Busfahrt problemlos. Wir wurden nicht übers Ohr gehauen und mussten doppelt zahlen und auch der Busfahrer ließ uns ohne zögern an der zuvor vereinbarten Stelle raus. In Senggigi im Green Valley haben wir bei Tobi und Wira über Airbnb für die nächsten 7 Nächte ein schönes Zuhause mit leckerem Frühstück gefunden – zwei süße Hunde inklusive:-) 

Blick aus unserer Bungalow-Tür in unserer Unterkunft in Senggigi auf Lombok. Mit Hund.
Blick aus unserer Bungalow-Tür in unserer Unterkunft in Senggigi auf Lombok. Mit Hund.

Von unserem neuen Zuhause war der Strand in weniger als 5 Minuten zu Fuß erreichbar. Doch bevor es dorthin ging, gab es unterwegs noch einen Zwischenstopp in einem kleinen Bistro um eine Pizza zu essen. Seit einigen (vielen 🙂 ) Tagen schon wurde die Lust auf Pizza mit viel Käse immer größer und jetzt endlich konnte der Appetit gestillt werden. Auch wenn es sicherlich nicht die beste Pizza war, war sie dennoch super, super lecker. Dazu gab es ein Bintang (indonesisches Bier) für jeden. Dann endlich standen wir am Strand. Nach fast 8 Wochen Unterwegs-sein haben wir es endlich ans Meer geschafft 🙂 🙂 🙂

Strand in Senggigi.
Strand in Senggigi

Als wir am Strand etwas entlang geschlendert sind, haben wir einen Stand entdeckt, der frische Kokosnüsse verkaufte. Es gab für jeden eine Kokosnuss und während wir im warmen Sand saßen, aufs Meer schauten und die Kokosnuss genossen, ging die Sonne langsam unter. Bis ganz zum Sonnenuntergang schafften wir es leider nicht, da es plötzlich zu regnen anfing und so machten wir uns auf den Rückweg.

Wer hat die Kokosnuss geklaut...
Wer hat die Kokosnuss geklaut…

Das Abendessen, bestehend aus Nasi und Mie Goreng Seafood, gab es dann doch wieder direkt am Strand bei Alberto. Während wir lecker gegessen haben und die Füße unter dem Tisch im Sand spielten, hatte ich zum ersten Mal auf dieser Reise das Gefühl „Angekommen zu sein“. Obwohl es schon so viele schöne Momente auf unserer Reise gab und ich mich absolut glücklich schätzen kann so eine Möglichkeit zu haben, war dieses Angekommen-Gefühl bisher nicht so ausgeprägt. Ob es daran lag, dass wir nun zum ersten Mal seit gut 8 Wochen für ganze 7 Nächte in dem gleichen Bett schlafen werden? Ich habe mich wirklich auf die kommende Woche mit Sonne, Strand, Palmen, Meer und ein einfach Nichts-tun gefreut. Die letzten beiden Wochen waren doch irgendwie anstrengend für uns beide, was sich leider auch im Umgang miteinander bemerkbar machte. Der Ton wurde manchmal etwas lauter, weil jeder von uns leicht reizbar war. Jetzt hatten wir beide Zeit einfach mal wieder ein bisschen runterzufahren.

Anderer Strand südlich von Senggigi mit etwas dunklerem Sand.
Anderer Strand südlich von Senggigi mit etwas dunklerem Sand.
Sonnenuntergang hinter dem Vulkan Agung auf Bali von Lombok aus gesehen.
Sonnenuntergang hinter dem Vulkan Agung auf Bali von Lombok aus gesehen.

Über die dann kommenden Tage gibt es nicht viel zu berichten. Es gab jeden Tag eine frische Kokosnuss und ansonsten haben wir an unterschiedlichen Strandabschnitten die Sonne und das Meer genossen. Am Abend gab es dann meistens Nasi oder Mie Goreng und da wir jedes Mal woanders gegessen haben, hat es auch immer anders geschmeckt. Vor dem Abendessen stand um kurz nach 18 Uhr natürlich immer der Sonnenuntergang an. Da Lombok relativ nah am Äquator liegt, ist es 12 Stunden hell und 12 Stunden dunkel – da gewöhnt man sich schnell dran. Wir sind dann oftmals auch schon um 21 Uhr ins Bett, da es ja dann schon 3 Stunden dunkel war und der Körper einem Müdigkeit signalisierte. Trotzdem sind wir morgens dann nur einmal zum „Morning-Swim“ im Meer früh genug aufgewacht, ansonsten haben wir dafür viel zu lange geschlafen. Was anfangs allerdings zu Orientierungsproblemen führte, war, dass die Sonne nun im Norden steht und diese auch von rechts nach links wandert (wenn man sich ihr zuwendet). Hier hilft der Schulspruch „Im Osten geht die Sonne auf…“ nicht mehr weiter.

Nachglühen und Vorglühen...
Nachglühen und Vorglühen…

Strände im Norden von Lombok

Da wir gegen Ende der Woche alle zu Fuß erreichbaren Strandabschnitte „belegen“ hatten, haben wir uns an unserem letzten Tag noch Scooter ausgeglichen um die Strände Malimbu und Pandanan weiter im Norden zu erreichen. Da wir beide noch nie Roller gefahren sind, gab es ein paar Probe-Fahrten vor der Haustür und dann ging’s los. Ach, hat das einen Spaß gemacht an der Küste entlang zu cruisen 🙂

Wir sind die coolsten, wenn wir cruisen...
Wir sind die coolsten, wenn wir cruisen…
Malimbu-Beach
Malimbu-Beach
Pandanan-Beach
Pandanan-Beach
Strandhütten am Pandanan-Beach.
Strandhütten am Pandanan-Beach.

Die Strandruhe am Tag wurde nur leider hin und wieder von mehr oder weniger nervenden Strandverkäufern gestört, die einem sämtliche Souvenirs andrehen wollten. Sobald wir es geschafft haben klar zu machen, dass wir nichts kaufen wollen, kann man sich mit einigen nett auf Englisch unterhalten. Und sobald geklärt ist, wo wir herkommen, werden auch ein paar deutsche Floskeln ohne weiteren Zusammenhang, wie „Im Dunkeln ist gut Munkeln“ oder „Langsam, langsam aber sicher“ zum Besten gegeben. Wer bitte bringt den Verkäufern so etwas bei!?!? 

Einen Nachmittag gesellten sich zwei indonesische Jugendliche, wir schätzen sie auf 15/16 Jahre zu uns. Sie wollten nichts verkaufen, sondern einfach nur mit uns auf Englisch reden um die Sprach-Skills zu verbessern. Beide wollen nach der Schule irgendwo in einem Hotel arbeiten und dafür müssen sie Englisch können. Für die Arbeit als Strandverkäufer wären sie nämlich zu schüchtern, so ihre Aussage. Wir unterhalten uns fast eine ganze Stunde über indonesisches Essen, Fußball im allgemeinen und den deutschen und den spanischen Fußball im Besonderen, die Lieblingsfächer der beiden und zu guter Letzt haben Sie uns noch ein bisschen Indonesisch beigebracht. 

Sina freundet sich ja mit allen Tieren und Hunden im speziellen an...
Sina freundet sich ja mit allen Tieren und Hunden im speziellen an…
...bis die beiden uns gar nicht mehr von der Seite weichen und uns bis zur Ablöse durch ein anderes Paar verfolgen.
…bis die beiden uns gar nicht mehr von der Seite weichen und uns bis zur Ablöse durch ein anderes Paar verfolgen.

Zu den Stränden im Süden von Lombok

Am dritten Lombok-Tag zogen Femke und Finn, ein deutsches Pärchen in unserem Alter, im Nachbar-Bungalow ein. Die beiden sind ebenfalls auf Weltreise, nur im Unterschied zu uns haben sie sich für die Reise unbestimmt viel Zeit genommen und sie bleiben für die kommenden vier Wochen hier. Ihre Reise könnt ihr unter www.alltagsgewusel.de verfolgen. Seit deren Einzug haben wir morgens ewig lang gefrühstückt und gequatscht. Einen gemeinsamen Tagesausflug zu den Stränden im Süden von Lombok (Selong Belanak, Mawun, Tanjung Aan) gab es ebenfalls.

Selong Belanak Beach
Selong Belanak Beach
Mawun Beach
Mawun Beach
Tanjung Aan Beach gegen Abend bei Niedrigwasser.
Tanjung Aan Beach gegen Abend bei Niedrigwasser.

Surfen im Süden von Lombok – Selong Belanak

Weil wir sämtliche weitere Reiseplanung immer wieder auf den nächsten Tag verschoben haben („Nicht heute!“), mussten und konnten wir in Senggigi bei Tobi und Wira zum Glück eine Nacht verlängern. Da uns bei der Süd-Lombok-Tour der Strand in Selong Belanak so gut gefallen hat, ging es dann anschließend für 4 Nächte dorthin (Selong Belanak Holiday Homestay) – wir wollten uns im Surfen ausprobieren. Jean hat das Surfen gleich so gut gefallen, dass er sich nach unserem 3-Stunden-Einsteiger-Surf-Kurs am zweiten Tag gleich ein eigenes Board gekauft hat. Der Haken an der Sache: Das Brett besteht mittlerweile aus 2 Teilen und ist zum Surfen aktuell nicht zu gebrauchen. Das am 2. Tag ausgeliehene Surfboard ist nämlich durchgebrochen und der Vermieter wollte anschließend einen unverschämt hohen Preis, den wir leider nicht nach unten verhandeln konnten. Das ganze Drama ist natürlich auch an einem Samstag passiert, sodass Kaffee und Kuchen zeitlich und geldtechnisch ausfallen musste. Das Brett haben wir letztlich unserem Hotelmanager geschenkt, da wir nichts damit anzufangen wussten und uns unser Hotelmanager auch sehr geholfen hat. Er will es wieder reparieren und wenn wir irgendwann mal wieder kommen sollten, dürfen wir es nutzen:-)

Seltsamerweise ist mein Surfbrett schon während des Kurses am ersten Tag in zwei Teile gebrochen. Hier wollte der Vermieter aber umgerechnet nur max. 6€ für die Reparatur haben und keine 300€. Dass bei der gleichen Surfschule 3 (wir haben noch einen anderen gesehen -> Ausgang/Problemlösung ist uns unbekannt) Surfbretter innerhalb von 2 Tagen brechen, fanden wir doch sehr seltsam. Ob hier alles mit rechten Dingen zu ging?

Im Selong Belanak Holiday Homestay steht dann bald unser Surfboard repariert wieder zur Verfügung ;)
Im Selong Belanak Holiday Homestay steht dann bald unser Surfboard repariert wieder zur Verfügung 😉

An unserem letzten Tag in Selong Belanak haben wir einen weiten Bogen um die Surf-Schulen am Strand gemacht und einen „Schleichweg“ über ein Sterne-Hotel zum Strand genommen. So konnten wir wenigstens ein bisschen am Wasser spazieren, den Frust über das verblasene Geld verdauen und mussten nicht den ganzen Tag im Zimmer sitzen. 

Am letzten Abend in Selong Belanak haben wir vom Vater des Hotelmanagers, im Übrigen ein ganz sympathischer und lustiger Typ, also der Vater, noch einen kleinen Indonesisch-Kurs bekommen. Wir können jetzt schonmal bis 5 zählen und einzelne, wenn auch wenige Dinge benennen. Aber wir sind ja vermutlich noch ein paar Wochen hier um zu lernen.

Von Selong Belanak ging es dann erstmal mit dem Taxi nach Bangsal um von dort mit dem Boot auf die Gili Islands, wir haben uns für Gili Meno entschieden, überzusetzen. Lies dazu auch unseren nächsten Beitrag zu den Gili Islands.

Mehr Meer-Bilder gibts in der Lombok-Galerie.

3 Gedanken zu „Langsam, langsam, aber sicher auf Lombok

  1. ExexH1 Antworten

    Bein uns von ..wir suchen Bier…. gilt seit eh her das Motto.:schnell ,schnell,es gibt Freibier. Fast ein ähnliches Motto wie auf Lombog. Denn nach dem Bier wird man oft auch ganz langsam. Ganz langsam.
    Cape Diem. …und Schöne Tage
    Diedier et H1

  2. Mike Brinnel Antworten

    Am 20. August 2017, 07:00 Uhr sende ich Euch Reisenden einen herzlichen Sonntagmorgengruß in den indonesischen Sonntagmittag. Dankeschön für die letzten „Stimmungsbilder“, die Ihr uns geschickt habt. Inzwischen seid Ihr ja schon wieder weitergezogen. Peter konnte nun den Gunung Agung von einer anderen Seite aus sehen. Ihn hat er schon bestiegen, als er 1976 mit dem Rucksack und einem Kumpel acht Wochen in Südostasien unterwegs war. Die letzten drei Wochen verbrachten sie in einem fast pauschaltouristenfreien Bali fast ausschließlich mit Surfen (heute noch sagt er immer wieder: „Aber die Unterströmung dort ist gefährlich“.) und vergaßen darüber fast alles andere. Euch beiden haben die Strandtage bestimmt gut getan. Auch auf unserer langen Argentinien-Chile-Reise kam es auch hin und wieder zu gereizten Reaktionen, obwohl unsere besten Freunde und wir so alte und enge Freunde sind und uns viele gemeinsame Urlaube mit und ohne Kinder verbinden. Aber so eine lange und weite Reise hatten wir auch noch nicht zusammen gemacht. Im Rückblick bleiben aber die gemeinsamen guten Tage, die Erlebnisse, die Erfahrungen, die Erinnerungen an viele Gespräche zu Ländern, Leuten, Gott und der Welt sozusagen.
    Euch, liebe Sina, lieber Jean, weiter GLÜCKAUF, und wir freuen uns, dabeisein zu können. Herzliche Grüße aus Kelkheim von Mike und Peter
    PS. Wo kann der mündige deutsche Staatsbürger, durch die Welt reisend, eigentlich seine Stimme zur Bundestagswahl abgeben? In einer Botschaft oder einem Konsulat?

    • Jean Autor des BeitragsAntworten

      Hallo ihr beiden,
      die Sonnenuntergänge mit dem Agung im Hintergrund haben uns auch recht gut gefallen. Auf Lombok hätte man den Rinjani besteigen können, wir hatten nach der Mt. Fuji Begehung allerdings erstmal genug. Wir sind vor ein paar Tagen auf Bali angekommen, welches in der Tat wesentlich weiterentwickelter ist. Was Infrastruktur angeht freut einen das natürlich, Orte die ohne Tourismus keine Existenz hätten sind natürlich weniger interessant, allerdings für die Local ja eine Einkommensquelle…Könnte mir vorstellen, dass auf Lombok noch Ähnliche Zustände wie im Bali von vor 30Jahren herrschen. Dort wird es sicher in 20 Jahren auch anders aussehen. Indonesien will von heute 11Mio. Touristen im Jahr bis 2020 auf 25Mio. Touristen im Jahr verdoppeln um mit Thailand aufzuschließen. Mal sehen.
      Ja Bundestagswahl, hatten wir auch schon dran gedacht, aber gut, dass du uns nochmal erinnerst. Laut Bundeswahlleiter.de können wir Briefwahl beantragen, Wahl im Konsulat oder einer Botschaft gibt es nicht.
      Danke auch für deine lange Email, soweit Viele Grüße
      J+S

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