5 Tipps – Mount Fuji besteigen

Vor unserer Reise nach Japan stand fest, dass wir auf jeden Fall den Mount Fuji besteigen wollen. Bereits vorher haben wir daher probiert diese fest in die Reiseroute einzuplanen und Informationen dazu gesucht. Vieles haben wir daher auch schon vorher entschieden, wie zum Beispiel, dass wir den Gotemba Trail bei unserer Mount Fuji Besteigung nehmen würden und dass wir das ganze „auf eigene Faust“ ohne Guide machen wollten. Einiges hat sich aber auch erst während der Reise geklärt: wie kommen wir zum Ausgangspunkt des Trails, auf welcher Hütte übernachten wir und war dieser Trail wirklich die richtige Wahl? Daher wollen wir hier noch einmal für euch als zukünftige Mount Fuji Besteiger das Wichtigste zusammenfassen.

Ihr könnt auch unsere Erlebnisse zu unserer Wanderung zum Sonnenaufgang auf den Mount Fuji lesen.

Besonders praktische Teile unserer Ausrüstung waren: der Tagesrucksack (auch wenn er ziemlich vollgestopft war), Fleece, Regenjacke, Wanderschuhe und Wanderhose. Wenn du genau erfahren möchtest, was wir dabei hatten, schau dir unsere Packliste an.

1. Welchen Trail soll ich nehmen?

Insgesamt gibt es vier Wege (auch Trails genannt) auf denen man den Mount Fuji (Höhe 3.776m) besteigen kann. Diese unterscheiden sich nach Höhe des Ausgangspunktes (und damit der zurückzulegenden Höhenmeter), Art und Steilheit des Weges sowie Anzahl der Hütten und damit der Anzahl Wanderer auf diesem Weg:

Es gibt 4 Trails

  • Yoshida Trail (startet auf 2.300m, 11 Hütten, ca. 150.000 Wanderer/Jahr)
  • Fujinomiya Trail (startet auf 2.400m, 7 Hütten, ca. 60.000 Wanderer/Jahr)
  • Subashiri Trail (startet auf 2.000m, 7 Hütten, ca. 20.000 Wanderer/Jahr)
  • Gotemba Trail (startet auf 1.450m, 3 Hütten, ca. 16.000 Wander/Jahr)

Für weitere Informationen zu den Trails schaut am besten auf die offizielle Seite zur Besteigung des Mount Fuji. Dort gibt es auch eine Übersichtskarte der Wanderwege zum Gipfel des Mount Fuji.

Die fünfte Station des Gotemba Trail (Farbe grün). Hier kommt der Bus vom Bahnhof Gotemba an und hier beginnt der Aufstieg.
Die fünfte Station des Gotemba Trail (Farbe grün). Hier kommt der Bus vom Bahnhof Gotemba an und ab hier beginnt der Aufstieg.

Der Yoshida und Subashiri Trail verlaufen die letzten ca. 1,5h vor dem Kraterrand auf dem gleichen Weg und erreichen den Kraterrand logischerweise an der gleichen Stelle im Nord-Osten. Der Fujinomiya und Gotemba Trail verlaufen bis zum Krater vollständig getrennt, erreichen diesen allerdings recht dicht nebeneinander im Süd-Osten.

Der Gotemba Trail isT am ruhigsten

Für uns war definitiv klar, dass wir auf keinen Fall den sehr überlaufenen Yoshida Trail nehmen würden. Somit fiel der Subashiri Trail auch aus, da dieser auf dem letzten Teil des Weges mit dem Yoshida Trail zusammengeführt wird. Wir haben uns schließlich für den Gotemba Trail entschieden, da dieser von den wenigsten Wanderern besucht wird. Dennoch wurde uns an einem Informationsstand im Bahnhof von Gotemba davon abgeraten den Gotemba Trail zu nehmen, da dieser ja den längsten Aufstieg hat und damit am anstrengendsten ist.

Wir sind im Nachhinein aber froh, dass wir diesen Weg gewählt haben. Der Aufstieg bis zur Hütte, in der wir übernachtet haben, war zwar lang und durch das feucht-warme Klima am Anfang (wir hatten ab der fünften Station Nebel und später vor dem erreichen der Hütte Regen) stellenweise anstrengend, aber es war wirklich sehr entspannend zu gehen. Kein Gedrängel oder Sonstiges und unterwegs haben wir kaum andere Wanderer gesehen. Unsere Hütte füllte sich zum Abend hin dennoch ganz gut. Am frühen Morgen/Nacht war das letzte Stück zum Kraterrand zwar von einer kleinen Kolonie Wanderer mit Stirnlampen bevölkert, die von unten aussah als hätte man eine Lichterkette um den Mount Fuji gehängt, aber auch hier war die Wanderung sehr gemütlich. Gruppen von 10 bis 15 Wanderern konnte man gegebenenfalls an den passenden Stellen auch überholen, sodass man sein eigenes Tempo gehen konnte.

In der Nähe des Yoshida und Subashiri Trails wird es wirklich sehr voll!
In der Nähe des Yoshida und Subashiri Trails wird es wirklich sehr voll!

Am Kraterrand angekommen, haben wir auch schnell einen guten Platz gefunden um den Sonnenaufgang anschauen und wir standen nicht dicht gedrängt neben anderen Wanderern (fast nebenan kommt ja auch der Fujinomiya Trail an). Als wir allerdings nach dem Sonnenaufgang eine Runde um den Krater machten (was man schon prinzipiell empfehlen kann), waren wir allerdings echt geschockt, welche Mengen an Menschen von den anderen beiden Trails (Yoshida und Subashiri) ankamen. Das letzte Wegstück glich einer richtigen Straße, fast zwei Meter breit und komplett platt getreten. Direkt am Ankuftspunkt am Krater gab es bei diesen beiden Trails Restaurants und Souveniershops. Eine komplett andere Welt. Daher würden wir definitiv keinen dieser beiden Trails nehmen.

2. Wie komme ich zum Startpunkt des Gotemba Trail?

Busfahrt vom Bahnhof in Gotemba zur 5. Station

Von der Nordseite des Bahnhofes in Gotemba fährt ein Bus zur fünften Station (das ist der Ausgangspunkt für die Wanderung) des Gotemba Trails ab. Wir haben im Juli 2017 ungefähr 1.500 Yen (ca. 12 €) pro Person für ein Hin- und Rückfahrticket dorthin bezahlt. Die Busfahrt dauert ca. 30  Minuten.

Nach Gotemba kommt man entweder mit der Bahn oder wie wir mit einem Fernbus. Dieser fuhr von der Shinjuku Bus Station in Tokyo ab und hat uns im Juli 2017 ca. 1.700 Yen (ca. 13 €) pro Person gekostet. Wir haben direkt an der Bus Station das Ticket gebucht und es waren auch tatsächlich für die nächste Fahrt noch zwei Plätze frei. 

Übernachtung in Gotemba

Wir haben damals im Symba Resort Hotel übernachtet und dieses war zum damaligen Zeitpunkt die günstigste Unterkunft (ca. 60€ für ein DZ).  Allerdings lag das Hotel noch einmal 1,5km von der Highway Bus Haltestelle und ca. 3km vom Bahnhof (ca. 30 min flottes Gehen) entfernt. Das Hotel wirkte mit seinen Zimmer mit Whirlpools und Karaoke-Anlage auf den ersten Blick etwas komisch und wird wohl auch stundenweise genutzt. Wir waren nicht die einzigen Wanderer und wen das nicht stört, der bekommt saubere und großzügige Zimmer und ein gutes Frühstück. Auch die Aufbewahrung unserer großen Backpacks während unserer Mount Fuji Wanderung hat super geklappt und das spontane Verlängern um eine weitere Nacht als der Regen nicht aufhörte, war ebenfalls kein Problem.

Ein Paar Tage Puffer einplanen für den Start

Dazu können wir gleich die Empfehlung abgeben, sich nicht auf einen festen Tag der Mount Fuji Wanderung festzulegen. Man sollte den Wetterbericht und die Webcam beobachten und bei zu schlechtem Wetter den Aufbruch zum Mount Fuji um ein/zwei Tage verschieben. Bei uns hat es einen kompletten Tag in Gotemba durchgeregnet, sodass wir froh waren an diesem Tag bereits die Besteigung auf den nächsten Tag verlegt zu haben. Wobei man auch wiederum sagen muss, dass wir am darauffolgenden Tag auch im Nebel in Gotemba los sind, zwischendrin etwas Regen hatten und am Abend auf der Hütte „über den Wolken“ waren und so eine klare Sicht zumindest auf den Gipfel und das Wolkenmeer unter uns hatten. Damit sich der Aufstieg gelohnt hat, denken wir  dass das wichtigste eine freie Sicht am Gipfel ist und ob man dann die Landschaft oder ein riesiges Wolkenmeer unter einem sieht, tut der Sache keinen Abbruch. Die allgemeine Wetterlage sollte bei dem Vorhaben dennoch unbedingt berücksichtigt werden.

3. Welche Ausrüstung und Verpflegung brauche ich?

Wer in den Alpen schon eine Hüttenübernachtung hinter sich hat, wird alles wichtige dabei haben. Wir haben uns immer mal wieder von der doch sehr übervorsichtigen Art der Japaner etwas verrückt machen lassen und waren verunsichert.

Essen und Trinken

Auf dem Gotemba Trail sollte man genug zum Trinken und Essen für den Tag bei sich haben. Abends kann auf der Hütte Essen und Trinken gekauft werden. Wanderstöcke und Gamaschen sind nicht zwingend nötig. Wer nicht darauf verzichten möchte, kann sich in Gotemba in verschiedensten Läden noch Ausrüstung nachkaufen oder teilweise sogar ausleihen. Auch wenn wir bei unseren bisherigen Alpenwanderungen immer Wanderstöcke dabei hatten, ging die Mount Fuji Besteigung auch ohne (Wanderstöcke haben einfach nicht mehr in unseren Rucksack gepasst).  Gamaschen besitzen wir überhaupt nicht und beim Abstieg mussten wir auf dem Great Sand Run ab und zu mal anhalten um die kleinen Lavasteinchen aus den Schuhen zu holen. Das kam aber nur ein paar Mal vor, sodass wir wohl keinen wirklichen Vorteil durch die Gamaschen gehabt hätten. Die Gamaschen hätten die Wanderschuhe eventuell ein bisschen mehr geschützt, denn während des Great Sand Run haben unsere Schuhe doch etwas gelitten.

Der Trail ist super ausgeschildert und eine Wanderkarte braucht man nicht wirklich. Aber wenn man sich selbst gerne immer Mal wieder einen Überblick über seinen Fortschritt verschaffen möchte, sollte einfach die kostenlose Karte mitnehmen, die man u.a. am Bahnhof in Gotemba bekommt.

Viele Klamotten vor dem Sonnenaufgang

Wichtig ist noch: Für das Warten am Kraterrand vor dem Sonnenaufgang sollte genug Kleidung mitgenommen werden. Man muss sie nicht beim Aufstieg schon anhaben, denn dabei wird einem wahrscheinlich warm genug.  Aber beim Warten auf den Sonnenaufgang, wenn man sich nicht bewegt kann es schnell ziemlich kalt werden (bei uns war wirklich viel Wind). Wir hatten 2 T-Shirts, Langarmshirt, Pulli, Fleece und Regenjacke an. Nach dem Sonnenaufgang ist das auch direkt zu viel, aber wir waren froh für die 30 Minuten vorher die ganzen Sachen dabei zu haben.

Am Ankunftspunkt des Gotemba Trail ist es zum Sonnenaufgang nicht überfüllt.
Am Ankunftspunkt des Gotemba Trail ist es zum Sonnenaufgang nicht überfüllt.

4. Wo übernachte ich am besten auf dem Mount Fuji?

Wer zum Sonnenaufgang auf dem Kraterrand des Mount Fuji sein möchte, übernachtet wohl am besten auf einer der drei Hütten am Gotemba Trail. Komplett von der fünften Station durchzulaufen, wäre uns etwas lang gewesen und mit dem anschließenden Abstieg wäre man doch etwas sehr müde geworden. Also lieber den Aufstieg bis zu einer der Hütten „kurz“ unter dem Kraterrand. An der Hütte die Aussicht genießen, sich stärken, mit anderen Wanderern ins Gespräch kommen und dann zeitig ins Bett gehen. Die Nacht wird kurz, denn gegen 3 Uhr folgt dann ein weiterer kurzer Aufstieg um zum Sonnenaufgang am Kraterrand zu sein. Sobald die Sonne oben ist eine Kraterrunde drehen, der Abstieg zur Hütte, dort Frühstück und dann der weitere Abstieg zur fünften Station, sodass man von dort vormittags bereits wieder nach Gotemba fahren kann.

Auf dem Gotemba Trial gibt es drei Hütten: Waraji-kan, Sunabashiri-kan und Akawahachigo-kan. Die ersten beiden sind relativ dicht beieinander, die letzte (auf der wir übernachtet haben) liegt auf ca. 3.300m Höhe. Von dort waren es ca. 1,5 Stunden am nächsten „Morgen“ zum Kraterrand. Die Gehzeit des letzten Stücks zum Kraterrand hängt natürlich von der eigenen Fitness ab. Man sollte sich hier realistisch einschätzen. Denn wenn man zu früh oben ist, steht man nur in der Kälte und friert. Wenn man zu langsam ist, dann sieht man den Sonnenaufgang zwar von irgendwo aber eben nicht vom Peak:-) 

Das Matrazenlager in unserer Hütte.
Das Matrazenlager in unserer Hütte.

Wir hatten nicht reserviert und hatten Glück, dass wir dort übernachten konnten. Im blödesten Fall hätten wir zu einer der anderen beiden Hütten am Gotemba Trail wieder absteigen müssen, da diese laut Auskunft unserer Hüttenbewirter nicht so stark ausgebucht waren. Ich würde einfach beim nächsten Mal morgens vor Aufbruch bei der Hütte anrufen (Telefonnummer gibts auf dem Infoblatt vom Gotemba Bahnhof) und mich anmelden. Dann spart man sich auf jeden Fall unnötiges Rumgelaufe zu einer der anderen Hütten, falls die ursprüngliche überfüllt ist.

Insgesamt muss man sagen, dass die Hütten deutlich weniger ausgebaut sind, als vergleichbare Hütten in den europäischen Alpen. Das Personal auf der Hütte war bei uns aber recht jung, entspannt drauf, aber trotzdem sehr zuvorkommend und gut organisiert.

5. Was kostet mich eine Wanderung auf den Mount Fuji?

Wir haben für die Übernachtung auf der Hütte mit Curry-Reis als Abendessen (all you can eat) und Frühstück 7.500 Yen (ca. 57 €) pro Person bezahlt. Dazu kommt noch die Busfahrt zur fünften Station (hin und rück ca. 12 €), sowie die Fahrt nach Gotemba von Tokyo (ca. 13€ für eine Strecke) und mindestens eine Übernachtung in Gotemba (ca. 60 €).

Macht man also den Trip von Tokyo aus kann man mit ca. 160 € pro Person rechnen für eine Übernachtung in Gotemba und eine auf der Hütte am Mount Fuji. Dazu kommt natürlich die Verpflegung während der Wanderung bis zu Hütte und die am Abend in Gotemba.

Falls du noch weitere Inspirationen zur Wanderung auf den Mount Fuji brauchst, schau doch mal in unsere Bildergalerie dazu. Um noch einmal anzuschauen, was wir von der erwähnten Ausrüstung genau dabei hatten, schau dir unsere Weltreise Packliste mit unseren Kommentaren an.

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