Die Alternative: Ohne Wohnmobil Neuseeland bereisen

Auch wir hatten uns vor der Reise von der allgemeinen Begeisterung anstecken lassen mit dem Wohnmobil Neuseeland zu erkunden. Da wir bei unserer Reise bisher nie weit im Voraus geplant hatten, erfolgte unsere Campervan-Suche erst zwei Wochen bevor wir in Christchurch landeten. Der Erfolg blieb natürlich aus, denn für die Schnäppchen waren einfach viel zu spät und gleichzeitig waren wir auch nicht bereit für einen Self-contained Camper über 100 NZD pro Tag zu bezahlen. Hinzu kommen ja doch noch Benzinkosten und hin und wieder mal eine Campingplatz-Gebühr. Für die Neuseelanderkundung musste also eine fahrbare Alternative her und wir entschieden uns für ein Mietauto.

Wir haben unser Mietauto über Omega Rental Cars gebucht, die in den meisten größeren Städten Neuseelands ein Depot haben. Da wir in Christchurch kein Auto brauchten, haben wir uns erst ab dem vierten Tag ein Mietauto genommen, sind damit über 2.500 km kreuz und quer über die Südinsel gefahren und haben es schließlich in Picton wieder abgegeben. Mit der Fähre sind wir dann zur Nordinsel übergesetzt. Da wir auch in Wellington erstmal kein Auto brauchten, haben wir erst nach zwei Tagen unser zweites Mietauto in Empfang genommen (inkl. Abholung vom Hostel um zum Depot gebracht zu werden), sind fast 2.000 km über die Nordinsel gefahren und haben dieses dann in Auckland wieder abgeben.

Rückwirkend betrachtet war das aus vielerlei Hinsicht die beste Entscheidung, die wir treffen konnten.

Unser Mietauto bringt uns zum Milford Sound.
Unser Mietauto bringt uns zum Milford Sound.

Ein Mietauto ist günstiger als ein Wohnmobil

Auch wenn du mit einem self-contained Motorhome an vielen ausgewiesenen Gebieten frei campen darfst und somit keine zusätzlichen Übernachtungskosten anfallen, lohnt es sich doch mal die Preise genauer zu vergleichen.
Solltet ihr nicht zu denjenigen gehören, die über ein Jahr im Voraus ihre Neuseelandreise planen und sich damit sehr günstige Campervans von ca. 45 NZD pro Tag sichern, kann ein Mietauto plus zusätzliche Übernachtungskosten in vielen Fällen günstiger sein. Wir haben für unsere gesamte Mietzeit von 33 Tagen etwas über 700 NZD gezahlt. Eine Tankfüllung hat uns im Durchschnit 60 NZD gekostet und hat uns über 500km weit gebracht.

Da wir jeweils ein Auto für die Südinsel und die Nordinsel hatten, haben wir für die Fährfahrt ebenfalls nur einen Bruchteil zahlen müssen als wenn wir noch ein Auto dabei gehabt hätten. Das sind wieder eingesparte Kosten, die wir für andere Aktivitäten ausgeben konnten. Zudem hat Omega Rental Cars keine Oneway Fee verlangt, obwohl wir beide Autos trotzdem quasi nur oneway gefahren sind.

Fahren mit gewohnter Autogröße

Bis auf ein paar Rollerfahrten in Indonesien kamen wir mit dem Linksverkehr bisher noch nicht weiter aktiv in Kontakt. Um sich nun voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren zu können, haben wir uns daher für ein Automatik-Auto entschieden. So mussten wir uns nicht noch daran gewöhnen mit der linken Hand die Schaltung zu betätigen. Es reicht schon, wenn Blinker und Scheibenwischer vertauscht sind und man jedes Mal den Scheibenwischer anmacht, wenn man eigentlich blinken wollte. Man ist also genug mit dem ganzen Neuen beschäftigt und dann soll man noch ein Motorhome sicher durch den Verkehr bringen, wo man in Deutschland bisher nur ein Auto gefahren ist, was maximal die Größe eines Kombis hatte?

Drive on the left! New Zealand roads are different ;) jeder der hier war, wird es kennen!
Drive on the left! New Zealand roads are different 😉 jeder der hier war, wird es kennen!

Mit dem Auto Ist man flexibler als mit dem Wohnmobil

Auch wenn wir kein Motorhome hatten und es dadurch eigentlich schwer ist zu vergleichen, behaupte ich, dass du mit einem Mietauto und einer festen Bleibe für ein paar Nächte mehr Flexibilität hast. Wir hatten eine Unterkunft meistens für 3 Nächte gebucht. So hatten wir für diese Zeit eine feste Basis und konnten Tagesausflüge in alle Himmelsrichtungen unternehmen. Außerdem konnten wir auch abends nach Sonnenuntergang noch mit dem Auto unterwegs sein, wenn man mit dem Campervan schon lange einen geeigneten Platz für die Nacht gefunden haben sollte. Beispielsweise haben wir In Dunedin von unserem Host den Tipp bekommen, dass der St. Claire Beach am Abend sehr schön sein soll und auch viele Kiwis an der Strandpromenade sitzen und ihr Take-away Essen (Fish & Chips :-)) mit Blick aufs Meer genießen. Mittendrin statt nur dabei und weil uns diese Aussicht beim Abendessen so gut gefallen hat, sind wir am nächsten Abend wieder mit unserem Auto dorthin gefahren.

Die Landschaft siehst du mit dem Auto auch

Auch mit dem Mietauto kannst du dir einen wunderbaren Eindruck von der vielfältigen Natur Neuseelands verschaffen. Denn wo ein Motorhome die Straße entlang fahren kann oder den Berg hochkommt, kann das ein normales Auto allemal. Mit unserem kleinen Mietauto, im übrigen ohne 4WD, haben wir ohne Ausnahme alles ansteuern können, was uns interessiert hat. Wir haben absolut nichts missen müssen. Der einzige Wermutstropfen bei dem Roadtrip mit einem Mietauto ist, dass wir nicht irgendwo einsam und inmitten der Natur übernachten konnten. Da bringt es auch nichts ein Zelt ins Auto (zumal es in Neuseeland ja auch gerne öfter mal regnet und da ist ein Zelt sicher nicht unbedingt die erste Wahl) zu packen, denn für die freedom campgrounds, die ja dann die erste Wahl wären, fehlt das self-contained Zertifikat. Das für uns unmögliche Wildcampen wurde aber durch den nächsten Punkt – die Menschen, die wir unterwegs getroffen haben, mehr als wieder wettgemacht.

Nur über BNB lernst du die Kiwis kennen

Auf unserem Roadtrip haben wir immer versucht über AirBnB eine schöne Unterkunft bzw. ein Privatzimmer zu finden. Bis auf wenige Ausnahmen ist uns das auch immer gelungen und wir haben eine Bleibe bei supernetten Menschen, die gar nicht unterschiedlicher hätten sein können, gefunden. Bei allen haben wir uns sehr wohlgefühlt und durch Gespräche auch wahnsinnig viel über Neuseeland im Allgemeinen und deren Way of life im Besonderen.

Nun kommen wir doch noch zum Campervan! Über Airbnb!
Nun kommen wir doch noch zum Campervan! Über Airbnb!

Für ein paar Nächte war unser Zuhause dann bei:
– einem jungen Ehepaar ohne Kinder
– einer kleinen Künstlerkommune,
– einer vierköpfigen Familie deren Kinder Homeschooling machen,
– einem älteren Ehepaar mit Maori-Wurzeln,
– einer alleinerziehenden Mutter,
– auf einer Avocado-Farm bei einem älteren Ehepaar,
– einer vierköpfigen Familie, deren Kinder zur Schule gehen

Um genauer zu erfahren, was wir dort erlebt haben lies doch unsere Berichte zu Neuseeland Teil 1 und Teil 2.

Mietauto und Airbnb als echte Alternative zum Wohnmobil

Durch diese Vielfalt an Lebensläufen haben wir von allen natürlich auch unterschiedliche Lebensansichten und Inputs bekommen, die ich teilweise sehr inspirierend fand und zum Nachdenken anregen. Eines hatten aber doch alle gemein: Eine unglaubliche Lockerheit und Entspanntheit, „No worries!“, „Our door is always open!“ oder „Make yourself at home!“ waren Sätze, die wir nicht nur einmal zu hören bekamen.

Bis auf den kleinen Nachteil des nicht möglichen Wildcampens, sehen wir in dem Roadtrip mit einem Mietauto sehr viele Vorteile. Der größte liegt dabei darin in dem Kontakt zu den Kiwis, den man zwangsläufig hat, wenn man sich irgendwo ein Privatzimmer sucht. Diese tollen Menschen und deren so verschiedenen Lebensphilosophien kennengelernt zu haben, möchte ich auf keinen Fall missen und würde daher immer wieder ein Mietauto dem Campervan vorziehen.

Wie hast du Neuseeland bereist und warst hälst du für die beste Reiseart in diesem Land? Schreib uns einen Kommentar!

2 Gedanken zu „Die Alternative: Ohne Wohnmobil Neuseeland bereisen

  1. Jenny Antworten

    Wir sind zwar eingefleischte Campervan-Reisende und halten das für die beste Art des Reisens mit Kindern – aber die Vorteile, die ihr gerade für Neuseeland beschreibt, sind unbestritten da.

    Wir haben uns öfters geärgert, dass wir für spontane Fahrten a) unseren Stellplatz wieder aufgeben mussten und b) den ganzen Kram wieder einräumen mussten – Bett hochklappen, alles in die Schränke räumen, Campingmöbel rein… uff. Und klar, auf den Campsites haben wir vorwiegend andere Reisende getroffen. Das waren aber auch oft Neuseeländer!

    Andererseits ist es halt klasse, wenn man wochen- oder monatelang sein eigenes Zuhause immer dabei hat – gerade für unsere Kids war das super und wir mussten uns nicht ständig an ein neues Quartier gewöhnen. Irgendwo am Straßenrand halten, Kaffee oder direkt Mittagessen kochen, abends unter den Sternen schlafen – hat auch was! 😉

    Ich denke, beide Arten des Reisens haben ihre Pros und Contras und man sollte beides mal probieren – da haben wir also beide etwas nachzuholen 😉

    Liebe Grüße
    Jenny

    • Jean Antworten

      Hi Jenny,
      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Klar, uns sind die Vorzüge des campers auch bekannt und wir hatten ja auch tatsächlich auch zuerst vor unsere Reise durch Neuseeland auf diese Art zu bestreiten. Definitiv gefällt uns dabei auch, dass man sich im Camper doch auch etwas “einrichten” und ausreichender verproviantieren kann als man das mit der auto&airbnb Lösung. Je nachdem welche Art von Abenteuer und Reise man sucht kann man sich für eine der beiden Arten entscheiden, wenn man die jeweiligen vor- und Nachteile kennt.

      Viele Grüße,
      Jean

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